21.2.2024

Perfektes Zusammenspiel von Themen und Teilnehmenden: Referenten-Schulung auf dem DFB-Campus

Eine gemeinsame Schulung der DFB-Lehrteams für Wertebildung im Nachwuchsfußball und Qualifizierung im Inklusionsfußball auf dem DFB-Campus in Frankfurt verschaffte den Teilnehmenden neue Perspektiven und Rückenwind für ihr weiteres Engagement. Zu den Referenten zählte auch U17-Weltmeistertrainer Christian Wück.

Am vergangenen Wochenende organisierten die DFB-Abteilung Qualifizierung & Schule und die DFB-Stiftung Sepp Herberger eine Schulung für die beiden DFB-Lehrteams TeamUP!-Wertebildung und Inklusionsfußball. An der Veranstaltung nahmen rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland teil. „Mithilfe der beiden DFB-Lehrteams werden in diesem Jahr in den DFB-Landesverbänden mehr als 30 Fortbildungen zu den Themen Wertebildung im Nachwuchsfußball oder Inklusionsfußball angeboten, die im vollen Umfang zur C- oder B-Lizenzverlängerung anrechenbar sind. Dabei sollen rund 600 Trainerinnen und Trainer erreicht werden, die aus den Veranstaltungen neues Wissen für die Führung der eigenen Mannschaft mitnehmen können“, erklärt Wolfgang Möbius, Leiter der DFB-Abteilung Qualifizierung & Schule.

Gegenseitige Impulse und Synergien

Einen Großteil des Programms gingen die Teilnehmenden der beiden Lehrstäbe gemeinsam an. Zusätzlich wurden in separaten Gruppen Module mit spezifischen Inhalten erarbeitet. „Uns war es wichtig, Synergien zu heben und Impulse aus unterschiedlichen Themenfeldern zu geben, damit die Teilnehmenden voneinander profitieren“, beschreibt Nico Kempf, der stellvertretende Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp-Herberger, die Idee. Und diese zündete. „Viele Inhalte passen einfach perfekt zusammen. Wenn wir über Werte sprechen, geht es ja auch um den Respekt vor Vielfalt. Dazu gehört auch die Einbindung von Menschen mit Handicap“, schlug Michael Arends die Brücke zwischen den beiden Handlungsfeldern.

Arends war als Referent und Leiter der Arbeitsgruppe Inklusionsfußball dabei. In seinem beruflichen Alltag kümmert er sich beim Bundesligisten SV Werder Bremen als Team-Leiter CSR darum, Inklusion in allen Bereichen des Traditionsvereins von der Weser voranzutreiben. Arends weiß die professionellen Strukturen zu schätzen, kennt aber auch die Rahmenbedingungen in den kleineren Klubs an der oft zitierten Fußballbasis.

„Nur über eine gute Zusammenarbeit zwischen Sportlern mit und ohne Behinderung kann Blindenfußball ausgeübt werden“, betont Taime Kuttig, einer der besten deutschen Blindenfußballer.

Persönliche Erfahrungen wichtig

Bei der Tagung in Frankfurt ging es nun darum, den Referenten aus dem Bereich Inklusionsfußball Impulse für die künftige Arbeit zu geben und den im Bereich der Wertebildung engagierten Experten neue Einblicke in die Inklusionsarbeit zu eröffnen.

Da passte es perfekt, dass mit Taime Kuttig einer der besten deutschen Blindenfußballer den Teilnehmenden seine Fußballfacette vorstellte. Die Selbsterfahrung mit einer blickdichten Brille ließ niemanden unbeeindruckt. „Im Blindenfußball werden wichtige Werte, wie beispielsweise Mut oder Vertrauen, geschult. Nur über eine gute Zusammenarbeit zwischen Sportlern mit und ohne Behinderung kann Blindenfußball ausgeübt werden“, betont Kuttig.

Eindruck hinterließ auch der Vortrag von DFB-Trainer Christian Wück unter dem Titel „Gemeinsame Werte als Erfolgsfaktor“.

Erfolgscoach Wück spricht über Schlüssel zum Erfolg

Eindruck hinterließ auch der Vortrag von DFB-Trainer Christian Wück unter dem Titel „Gemeinsame Werte als Erfolgsfaktor“. Wück weiß, wovon er spricht. Er führte im vergangenen Jahr sein Team erst zum EM- und dann auch noch zum WM-Titel. Dabei sei der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ein Schlüssel zum Erfolg gewesen. „Wir haben uns bereits deutlich vor den Turnieren mit dem Thema Wertebildung intensiv auseinandergesetzt. Wichtig war uns, dass die Gestaltung der eigenen Mannschaftsidentität aus den Reihen der Spieler kommt und nicht von außen über das Team gestülpt wird“, so Wück.

Konkrete Handlungsempfehlungen, wie man sich als Referent seiner eigenen Wirkung bewusst wird, erhielten die Teilnehmenden im Impulsvortrag „Wertebildung für Referent*innen - die eigene Haltung auf den Platz und in den Seminarraum bringen“ von Verena Muckermann (Ruhr-Universität Bochum).

„Aus den Präsentationen und Workshops habe ich zahlreiche Anregungen für die eigene Lehrtätigkeit mitnehmen können. Es war zudem wichtig, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an Details für die weitere Arbeit zu feilen“, resümierte Teilnehmer Michael Jung, der zum Lehrteam TeamUp! gehört. Das Programm TeamUp! wurde von der Bertelsmann Stiftung für die Wertebildung im Sport entwickelt.

Die neuen Impulse sollen nun in den kommenden Trainer-Fortbildungen in den DFB-Landesverbänden an die Teilnehmenden aus Fußballvereinen weitergegeben werden.

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