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9.2.2026

Erster Trainerkongress Inklusionsfußball: Gemeinsame Freude am Fußballspiel steht im Mittelpunkt

(Foto: Jonas Melcher)

Am vergangenen Wochenende fand auf dem DFB-Campus in Frankfurt der erste Trainerkongress Inklusionsfußball statt. Die Veranstaltung wurde von der DFB-Stiftung Sepp Herberger und der DFB-Abteilung Qualifizierung & Schule organisiert. Drei Tage lang drehte sich alles um Austausch, Fortbildung und die gemeinsame Weiterentwicklung des Inklusionsfußballs in Deutschland. Das vielfältige Programm reichte von praxisnahen Workshops über sportmedizinische Impulse bis hin zu intensiven Gesprächsformaten wie dem Barcamp oder dem Kamingespräch.


Schon bei der Begrüßung durch DFB-Vizepräsident Ralph-Uwe Schaffert wurde deutlich, welchen Stellenwert der Inklusionsfußball inzwischen in Deutschland einnimmt. „In Inklusionsmannschaften spielen Fußballerinnen und Fußballer zusammen, die unterschiedliche Stärken, Voraussetzungen und Bedürfnisse mitbringen. Daher sollten Trainerinnen und Trainer spezifische Möglichkeiten kennen, das Training so zu steuern, dass niemand über- oder unterfordert wird und alle Spaß am Fußball haben“, sagte Schaffert, Vorstandsvorsitzender der DFB-Stiftung Sepp Herberger.

DFB-Vizepräsident Ralph-Uwe Schaffert hieß die Teilnehmenden willkommen. (Foto: Teresa Kilian/DFB)

Trainingsphilosophie Deutschland trifft Inklusionsfußball

In verschiedenen Barcamp-Sessions erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke – von der Trainingsgestaltung in heterogenen Gruppen über rechtliche Grundlagen bis hin zu internationaler Expertise aus der Schweiz oder Best-Practice-Beispielen aus Amateur- und Profivereinen.

Auch Hannes Wolf, DFB-Direktor Nachwuchs, Training und Entwicklung, war vor Ort. Der 44-Jährige stellte die Trainingsphilosophie Deutschland vor und diskutierte gemeinsam mit den Teilnehmenden über Anwendungsmöglichkeiten für den Inklusionsfußball. Unter Wolfs Leitung erlebten die Teilnehmenden theoretische und praktische Einheiten, in denen insbesondere sichtbar wurde, wie gut sich die Prinzipien modernen Kinder- und Jugendtrainings mit inklusiven Konzepten verzahnen lassen. 

Besondere Einblicke gab es von Hannes Wolf, DFB-Direktor Nachwuchs, Training und Entwicklung. (Foto: Jonas Melcher)

„Die gemeinsame Freude am Fußball steht im Inklusionsfußball im Fokus“, betonte Wolf: „Die Trainingsphilosophie Deutschland kann im Inklusionsfußball einen sportlichen Rahmen bieten, der hohe Teilhabe selbst bei großer Heterogenität ermöglicht.“

„Kollegialer Austausch ist im Inklusionsfußball total wichtig“

Bruna Pasqualotto ist Trainer des Team United des SV Teutonia Köppern aus dem Hessischen Fußball-Verband. 110 Menschen mit und ohne Handicap spielen dort derzeit mit großer Leidenschaft zusammen Fußball. Der 56-Jährige war Teilnehmer des Trainerkongresses und Referent zugleich. 

„Fortbildungen und Austausch sind vor allem im Inklusionsfußball total wichtig, weil das ein sehr breites und heterogenes Feld ist“, sagte Pasqualotto: „An diesem Wochenende in Frankfurt sind sehr viele Menschen zusammengekommen, die sich für den Inklusionsfußball in Deutschland einsetzen. Ich konnte unglaublich viel Input für meine Arbeit beim Team United mitnehmen. Solche Netzwerkveranstaltungen bringen uns voran. Am Ende profitieren davon natürlich unsere Fußballerinnen und Fußballer mit Handicap.“

Ein spannendes Wochenende für alle Beteiligten (Foto: Jonas Melcher)

Pasqualotto leitete eines der Barcamps, dass das Motto „Best Practice aus dem Amateurfußball am Beispiel des SV Teutonia Köppern“ trug. Darin zeigte der Ehrenamtler nachdrücklich, wie Inklusionsmannschaften in bestehende Vereinsstrukturen integriert werden können. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit Behinderungsgrad das Vereinsleben sehr bereichern können“, sagte er: „Ich kann nur alle Verantwortlichen ermutigen, die darüber nachdenken, eine Inklusionsmannschaft aufzubauen, dies auch wirklich zu tun.“ 

Weltmeisterin ebenfalls vor Ort

Auch Pia Wunderlich hat den ersten Trainerkongress im Inklusionsfußball besucht und an einem Kamingespräch teilgenommen. Darin wurde nochmals vertiefend über den Einsatz und die Anwendung der Trainingsphilosophie Deutschland bei Inklusionsmannschaften diskutiert.

„Ich trainiere seit 15 Jahren eine Fußballmannschaft in einer Werkstatt für behinderte Menschen und seit zehn Jahren die dritte Mannschaft der SG Bad Soden. Das ist ein Inklusionsteam, das in der Kreisliga C spielt. Beides macht mir unglaublich viel Spaß“, sagte Wunderlich, die 102 Länderspiele für die DFB-Auswahl bestritten hat und 2003 die Weltmeisterschaft gewann.

Wunderlich erzählte, dass sie immer wieder die Frage gestellt bekomme, welche Voraussetzungen denn nötig seien, um Inklusionsfußball im Verein anbieten zu können. Ihre Antwort ist immer dieselbe: „Jede Sorge ist unbegründet. Man muss nur einfach loslegen. Alles andere kommt von selbst.

Ein reger Austausch wurde gefördert. (Foto: Jonas Melcher)

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Ein besonderer Höhepunkt war die praktische Selbsterfahrungseinheit in der Kunstrasenhalle, bei der die Teilnehmenden selbst Einblicke in Amputierten-Fußball, Blindenfußball und Rollatorenfußball erhielten. Diese unmittelbaren Perspektivwechsel vertieften das Verständnis dafür, welche Bedeutung individuelle Anpassungen, klare Kommunikation und ein feinfühliger Trainingsansatz haben.

An der Veranstaltung nahmen rund 90 Trainerinnen und Trainer von Inklusionsmannschaften von Fußballvereinen, von Fußballteams der Werkstätten für behinderte Menschen oder von Teams der Blindenfußball-Bundesliga aus ganz Deutschland teil. Die Vielfalt der Perspektiven zeigte eindrucksvoll: Der Inklusionsfußball in Deutschland wächst – und er tut es durch die Kraft der Gemeinschaft. 

Der erste Trainerkongress Inklusionsfußball war ein weiter Meilenstein bei der Entwicklung von Inklusion im organisierten Fußball - darin waren sich nach der Veranstaltung alle Teilnehmenden einig.

Von Grünberg aus stand ein Besuch auf dem DFB-Campus in Frankfurt auf dem Plan. Foto: DFB/Nico Florow
Eine zusätzliche Freizeit für Kinder nach onkologischer Erkrankung fand in Malente statt. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Der fußballbegeisterte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf besuchte die Fußball-Ferien-Freizeit in Malente. Foto: Martin Ziemer/Getty Images
Der ehemalige Trainer von RB Leipzig Marco Rose war für einen Wertedialog in Leipzig zu Gast. Foto: Jens Schlüter/Getty Images
Ein Besuch im Bundesverfassungsgericht stand bei der Freizeit in Schöneck (Karlsruhe) auf dem Programm. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
U19-Nationaltrainer Hanno Balitsch leitete eine Trainingseinheit in Edenkoben. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers gab in Malente Einblicke in das Leben eines Profi-Schiedsrichters. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Neben verschiedenen Ausflügen und Bildungsaktivitäten stand natürlich der Fußball im Mittelpunkt der Freizeiten. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
Von Hennef aus ging es für eine Führung nach Leverkusen in die BayArena – inklusive Gespräch mit dem Geschäftsführer Simon Rolfes. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Insgesamt 1.000 Teilnehmende waren bei den Fußball-Ferien-Freizeiten 2025 dabei. Foto: Klaus Venus/DFB-Stiftung Egidius Braun
Verschiedene Workshops zum Thema Demokratie standen auf dem Programm der Freizeitwochen. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Der ehemalige Ministerpräsident Volker Bouffier tauschte sich in einem Wertedialog mit den Teilnehmenden einer Freizeit in Grünberg aus. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
DFB-Präsident Bernd Neuendorf besucht die Fußball-Ferien-Freizeiten in Hennef. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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