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23.1.2026

Mentale Gesundheit frühzeitig erkennen: MHFA-Ersthelfer-Youth-Ausbildung stärkt Team der Fußball-Ferien-Freizeiten

Zuhören. Wahrnehmen. Ansprechen.
Was einfach klingt, ist im Umgang mit Kindern und Jugendlichen oft eine Herausforderung – gerade dann, wenn es um mentale Gesundheit geht. Genau hier setzt die MHFA-Ersthelfer-Youth-Ausbildung (Mental Health First Aid) für Teamer und Freizeitleitende der von der DFB-Stiftung Egidius Braun durchgeführten Fußball-Ferien-Freizeiten an.

Ziel der Schulung war es Sicherheit zu geben: nicht zu therapieren, sondern dazu zu befähigen, hinzuschauen, Warnsignale ernst zunehmen und Gespräche zu führen, bevor sich Belastungen verfestigen.

Nähe macht Verantwortung

Die Teamer und Freizeitleitenden der Fußball-Ferien-Freizeiten sind nah dran an den Teilnehmenden. Sie erleben Kinder und Jugendliche über mehrere Tage im sportlichen, sozialen und oft auch emotionalen Miteinander. Genau diese Nähe macht sie zu wichtigen Bezugspersonen– und zu möglichen Ersthelfern und Ersthelferinnen, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

„Viele psychische Belastungen zeigen sich bereits vor dem 18. Lebensjahr“, erklären die Instruktorinnen der MHFA-Ersthelfer-Youth-Ausbildung Stephania Laih und Celina Melzer. „Früherkennung ist entscheidend – und die gelingt nur dort, wo Vertrauen besteht“, ergänzt Laih. Gerade im Sport, wo Leistungsdruck, Verletzungen oder das Gefühl des Nicht-Genügens eine Rolle spielen können, wirkt sich mentale Belastung oft früh aus.

Keine Therapie – aber ein sicherer erster Schritt

Die MHFA-Ersthelfer-Youth-Ausbildung richtet sich bewusst an Menschen ohne therapeutische Ausbildung. Es geht nicht darum, Diagnosen zustellen oder fertige Lösungen vorzugeben. Im Mittelpunkt stehen vielmehr grundlegende Fragen:

·     Wie erkenne ich Veränderungen im Verhalten?

·     Wie spreche ich Sorgen an?

·     Wie schaffe ich einen geschützten Raum für ein Gespräch?

Ein zentraler Gedanke der Schulung: Perfekte Worte sind nicht entscheidend. Haltung schon.
Wer aufmerksam zuhört, Interesse zeigt und Vertrauen aufbaut, kann auch Unsicherheiten im Gespräch auffangen. Kleine Schritte können dabei eine große Wirkung entfalten.

Jugendliche ernst nehmen – nicht abtun

Auffälliges Verhalten wird bei Jugendlichen oft vorschnell als „Phase“ eingeordnet. Rückzug, Gereiztheit oder Aggressionen werden missverstanden - dabei können sie Ausdruck innerer Überforderung sein. Die Ausbildung sensibilisierte dafür, genau hinzuschauen und Verhalten nicht vorschnell zu bewerten.

Besonderes Augenmerk lag zudem auf Themen wie Kinderschutz, Mitbestimmung und Verantwortung: Jugendliche brauchen Erwachsene, die sie ernstnehmen, einbeziehen und ihnen auf Augenhöhe begegnen.

Fußball als Schutzraum und Lernfeld

Immer wieder wurde in der Ausbildung deutlich, welche Rolleder Fußball spielen kann:

·     als Ort der Gemeinschaft,

·     als Ventil für Emotionen,

·     als Gegenpol zu Isolation und digitaler Überforderung.

Im Teamsport erleben Kinder und Jugendliche Zugehörigkeit, Verlässlichkeit und Rückhalt – aber auch Frustration, Konflikte und Leistungsdruck. All das sind Lernfelder fürs Leben. Fairplay und Respekt, das diesjährige Motto der Fußball-Ferien-Freizeiten, sind dabei eng mit mentaler Gesundheit verknüpft: Wer sich gerecht behandelt fühlt und Wertschätzung erfährt, stärkt sein eigenes Wohlbefinden.

Mehr Sicherheit für den Alltag in den Freizeiten

Für viele Teilnehmende der Ausbildung stand am Ende vorallem eines im Vordergrund: mehr Handlungssicherheit.

·     Zu wissen, dass man nicht alles wissen muss.

·     Dass Ansprechen besser ist als Wegsehen.

·     Und dass man nicht allein entscheidet, sondernim Team Verantwortung trägt.

Die MHFA-Ersthelfer-Youth-Ausbildung vermittelt genau das: einen Werkzeugkasten für Situationen, die man nicht planen kann, aber auf die man vorbereitet sein sollte.

Denn mentale Gesundheit ist kein Randthema.
Sie ist Grundlage für Entwicklung, Teilhabe und gemeinsames Lernen auf dem Fußballplatz und darüber hinaus.

Von Grünberg aus stand ein Besuch auf dem DFB-Campus in Frankfurt auf dem Plan. Foto: DFB/Nico Florow
Eine zusätzliche Freizeit für Kinder nach onkologischer Erkrankung fand in Malente statt. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Der fußballbegeisterte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf besuchte die Fußball-Ferien-Freizeit in Malente. Foto: Martin Ziemer/Getty Images
Der ehemalige Trainer von RB Leipzig Marco Rose war für einen Wertedialog in Leipzig zu Gast. Foto: Jens Schlüter/Getty Images
Ein Besuch im Bundesverfassungsgericht stand bei der Freizeit in Schöneck (Karlsruhe) auf dem Programm. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
U19-Nationaltrainer Hanno Balitsch leitete eine Trainingseinheit in Edenkoben. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers gab in Malente Einblicke in das Leben eines Profi-Schiedsrichters. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Neben verschiedenen Ausflügen und Bildungsaktivitäten stand natürlich der Fußball im Mittelpunkt der Freizeiten. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
Von Hennef aus ging es für eine Führung nach Leverkusen in die BayArena – inklusive Gespräch mit dem Geschäftsführer Simon Rolfes. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Insgesamt 1.000 Teilnehmende waren bei den Fußball-Ferien-Freizeiten 2025 dabei. Foto: Klaus Venus/DFB-Stiftung Egidius Braun
Verschiedene Workshops zum Thema Demokratie standen auf dem Programm der Freizeitwochen. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Der ehemalige Ministerpräsident Volker Bouffier tauschte sich in einem Wertedialog mit den Teilnehmenden einer Freizeit in Grünberg aus. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
DFB-Präsident Bernd Neuendorf besucht die Fußball-Ferien-Freizeiten in Hennef. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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