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8.5.2023

Inklusionsbeauftragte im Porträt: Markus Stein, Fußballverband Sachsen-Anhalt

Markus Stein möchte den Inklusionsfußball in Sachsen-Anhalt stärken – und das auch aus eigenem Interesse. Denn im Alter von neun Jahren musste Stein wegen einer Krankheit eine Knieprothese bekommen. Seitdem ist er körperlich beeinträchtigt und kann nicht mehr so Fußball spielen, wie es zuvor für ihn möglich war. „Leider gab es damals kein Sportangebot für Kinder mit Beeinträchtigung, zumindest kannte ich keines. Ich war trotzdem immer bei meiner Mannschaft, bin zu allen Spielen mitgefahren. Dann war es nur der logische nächste Schritt, dass ich mit 15 Jahren selbst Trainer wurde“, berichtet Stein.

Interesse an der Aufgabe über die Sepp-Herberger-Stiftung entwickelt

Zum Inklusionsfußball kam der heute 27-Jährige schließlich über eine Fortbildung der Sepp-Herberger-Stiftung im vergangenen Jahr. „Ich war begeistert von den Möglichkeiten, die es in diesem Bereich gibt. Blindenfußball, E-Rolli-Fußball, Werkstattfußball, Amputierten-Fußball, CP-Fußball – es gibt so viele tolle Angebote, die aber leider noch viel zu unbekannt sind“, betont Stein. Bei dem Lehrgang kam er auch mit Verantwortlichen des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt in Kontakt: „Wir haben dann den ersten ‚Fußballtag ohne Grenzen‘ veranstaltet, der inzwischen schon dreimal stattgefunden hat. Durch die Kontakte zu den Menschen mit Behinderung, die ich da geknüpft habe, war für mich klar: Ich möchte diese Menschen unterstützen und mich für ihren Sport einsetzen!“

Austausch mit anderen Landesverbänden fördern

Seit Oktober des vergangenen Jahres engagiert sich Stein deshalb als Inklusionsbeauftragter des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt dafür,dass noch mehr Angebote für Menschen mit Handicap entwickelt werden. „Fußball ist für alle da. Inklusion bedeutet für mich, dass jeder und jede die Möglichkeit hat, Fußball zu spielen. Der Sport verbindet und diese Kraft sollten wir nutzen“, erklärt Stein. In diesem Zusammenhang ist ihm vor allem auch der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen DFB-Landesverbänden wichtig: „Wir können viel voneinander lernen. Ich möchte gerne intensiv mit anderen Verbänden und Institutionen im Inklusionsbereich zusammenarbeiten und gemeinsame Projekte umsetzen. Ich denke dabei zum Beispiel daran, dass wir Turniere in verschiedenen Regionen des Landes durchführen.“

Großes Turnier zum Tag der Inklusion am 20. Mai

Einiges ist im Fußballverband Sachsen-Anhalt schon kurzfristig in der konkreten Planung. Am 20. Mai ist der Tag der Inklusion. Im Rahmen dessen organisiert Stein zusammen mit Kolleginnen und Kollegen ein inklusives Turnier in Cochstedt. Ähnliche Aktionen sollen im Burgenlandkreis und in Gröningen über die Bühne gehen. Zudem wird es eine Landesmeisterschaft der Werkstätten geben. In diesem Rahmen sind vier Vorrundenturniere geplant und dann am 7. Juni das große Finalturnier.

„Es ist einfach wichtig, dass wir solche Events organisieren, um Fußballerinnen und Fußballern mit Handicap den Zugang zu ihrem Hobby zu ermöglichen“, sagt Stein. „Es gibt natürlich schon einige Angebote. Aber diese müssen wir noch besser kommunizieren, damit sie stärker wahrgenommen werden. Und gleichzeitig müssen wir neue Initiativen entwickeln. Zudem ist es meiner Erfahrung nach wichtig, dass Berührungsängste abgebaut werden, um noch mehr Menschen für den Einsatz in diesem Bereich zu gewinnen.“

Stein hat darüber hinaus viel vor in diesem Jahr. So wird er die Landesauswahl Fußball-ID, die vom Deutschen Behindertensportverband betreut wird, bei den Deutschen Meisterschaften in Reutlingen begleiten. Zudem wird er sich bei den Special Olympics World Games in Berlin als „Football Unified Sports Observer“ engagieren. Man merkt deutlich: Markus Stein ist mit großer Leidenschaft dabei.

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