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27.11.2025

20 Jahre Julius Hirsch Preis: "Der Fußball wird nicht nachlassen"

Sieger des Julius Hirsch Preises 2025: Seminarkurs der 11. Klasse des Ludwig-Marum-Gymnasiums in Pfinztal Foto: Getty Images/DFB

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am heutigen Donnerstag den Seminarkurs der 11. Klasse des Ludwig-Marum-Gymnasiums in Pfinztal bei Karlsruhe, das Projekt "Nordstadtliga" aus Dortmund und den FC Mainaustrasse aus München mit dem diesjährigen Julius Hirsch Preis ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung vor 350 Gästen aus den Bereichen Sport, Kultur, Politik und Soziales in Hamburg wurde außerdem Jubiläum gefeiert: Der Julius Hirsch Preis wurde vor 20 Jahren zum ersten Mal verliehen. Zahlreiche Preisträger*innen aus diesen zwei Jahrzehnten waren bei der Veranstaltung im Kultur- und Kommunikationszentrum FABRIK zu Gast.

Mit der Stiftung des Preises erinnert der DFB an den deutsch-jüdischen Nationalspieler Julius Hirsch, der im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, und an alle, insbesondere die jüdischen Opfer, des nationalsozialistischen Unrechtsstaats. Geehrt werden Menschen, Initiativen und Vereine, die sich in besonderem Maße gegen Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus sowie für Vielfalt und Menschenwürde einsetzen. Mehr als 1800 Bewerbungen sind seit der Einrichtung des Preises eingegangen, 60 von ihnen wurden mit Preisen bedacht, außerdem wurden zehn Ehrenpreise verliehen. Jeder eine Anerkennung für außergewöhnliches Engagement, für Wehrhaftigkeit, Mut und Überzeugung. Und für die klare Botschaft: "Nie wieder!" Die Preisträger*innen seien es, "die unseren Fußball und unser Zusammenleben mitprägen, die mit dem Blick voraus Hoffnung geben", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Der Julius Hirsch Preis sei ihre Bühne.

"Für freiheitlich-demokratische Werte einsetzen"

Neuendorf betonte, der DFB werde die Erinnerung an Julius Hirsch weitertragen - "auch und gerade in Zeiten wie diesen. Der deutsche Fußball wird nicht nachlassen, sich klar für die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung einzusetzen, für die Werte, die wir uns in unserer Satzung gegeben haben - für jene Werte, die uns allen ein Leben in Würde, Freiheit und Selbstbestimmung ermöglichen. Wir sagen NEIN, wenn Menschen aus rassistischen und fremdenfeindlichen Gründen ausgegrenzt, beleidigt oder angegriffen werden. Wir sagen NEIN zu jeder anderen Form von Diskriminierung. Und wir werden - auch das ist eine Lehre aus unserer Geschichte - uns immer und mit allem Nachdruck gegen Antisemitismus zur Wehr setzen und an der Seite unserer jüdischen Freunde stehen."

Ein starkes, sichtbares Zeichen setzen auch die Pfinztaler Schüler*innen, die in Hamburg den ersten Preis entgegennahmen. Sie entwickelten eine sogenannte "Julius-Hirsch-Event-Box", die praxiserprobte Veranstaltungsformate von Fußballturnieren über Theaterprojekte bis hin zu öffentlichen Präsentationen enthält und - verbunden mit der Vita von Julius Hirsch - praktische Anregungen für Aktivitäten gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung gibt.

Die "Nordstadtliga Dortmund" als 2. Preisträger spricht seit mehr als zwei Jahrzehnten Kinder und Jugendliche im sozialen Brennpunkt der Dortmunder Nordstadt an, die durch klassische Bildungs- und Vereinsstrukturen kaum erreicht werden. Während die "Nordstadtliga Queens" sich gezielt an Mädchen richten, erinnert der Mehmet-Kubaşık-Cup an den 2006 vom NSU ermordeten Dortmunder Kioskbesitzer. Der FC Mainaustrasse aus München, ursprünglich gegründet in einer Geflüchteteneinrichtung, ist heute ein eingetragener Fußballklub im regulären Spielbetrieb des Bayerischen Fußball-Verbandes. Der Verein unterstützt seine Mitglieder aus unterschiedlichen Herkunftsländern bei Behördengängen, Wohnungssuche, Ausbildungen oder der Integration ins Ehrenamt und wurde nun mit dem 3. Preis geehrt.

Von Grünberg aus stand ein Besuch auf dem DFB-Campus in Frankfurt auf dem Plan. Foto: DFB/Nico Florow
Eine zusätzliche Freizeit für Kinder nach onkologischer Erkrankung fand in Malente statt. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Der fußballbegeisterte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf besuchte die Fußball-Ferien-Freizeit in Malente. Foto: Martin Ziemer/Getty Images
Der ehemalige Trainer von RB Leipzig Marco Rose war für einen Wertedialog in Leipzig zu Gast. Foto: Jens Schlüter/Getty Images
Ein Besuch im Bundesverfassungsgericht stand bei der Freizeit in Schöneck (Karlsruhe) auf dem Programm. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
U19-Nationaltrainer Hanno Balitsch leitete eine Trainingseinheit in Edenkoben. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers gab in Malente Einblicke in das Leben eines Profi-Schiedsrichters. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Neben verschiedenen Ausflügen und Bildungsaktivitäten stand natürlich der Fußball im Mittelpunkt der Freizeiten. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
Von Hennef aus ging es für eine Führung nach Leverkusen in die BayArena – inklusive Gespräch mit dem Geschäftsführer Simon Rolfes. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Insgesamt 1.000 Teilnehmende waren bei den Fußball-Ferien-Freizeiten 2025 dabei. Foto: Klaus Venus/DFB-Stiftung Egidius Braun
Verschiedene Workshops zum Thema Demokratie standen auf dem Programm der Freizeitwochen. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Der ehemalige Ministerpräsident Volker Bouffier tauschte sich in einem Wertedialog mit den Teilnehmenden einer Freizeit in Grünberg aus. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
DFB-Präsident Bernd Neuendorf besucht die Fußball-Ferien-Freizeiten in Hennef. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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